Sarkopenie, der allgemeine Abbau der Skelettmuskulatur, ist eine der ersten Alterserscheinungen, die sich wie ein Dominoeffekt auf den allgemeinen Gesundheitszustand auswirkt. Der Muskelabbau ist eng mit der Schwächung des gesamten Organismus verknüpft, was zu Funktionseinbußen, vermehrten Krankenhausaufenthalten, dauerhaften motorischen Einschränkungen oder im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen kann. Der Abbauprozess kann sich bereits ab dem 50. Lebensjahr einstellen, vor allem bei ungünstigen Vorbedingungen.
Dazu zählen Bewegungsmangel oder bestimmte Krankheiten wie Tumore, Entzündungskrankheiten oder Mangelerscheinungen, bedingt durch eine unausgewogene Ernährung, Magen-Darm-
Erkrankungen oder Essstörungen. Es gibt also zahlreiche Faktoren, die für den Verlust von Muskelmasse verantwortlich sein können; allerdings zeigen verschiedene Studien, dass das Risiko
durch die richtigen Präventionsmaßnahmen verlangsamt werden kann.

Ernährungsfehler vermeiden
Sieht man von den Krankheiten ab, die das Auftreten und den Verlauf der Sarkopenie begünstigen können, stellt man fest, dass der Abbau von Muskelmasse bei älteren Menschen hauptsächlich
auf eine unausgewogene Ernährung und insbesondere auf einen Mangel an essentiellen Proteinen zurückzuführen ist.
Eine breit angelegte Studie mit 1.500 über 70-jährigen Teilnehmenden hat gezeigt, dass im Alter mindestens 1,2 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht am Tag für einen wirksamen Schutz vor dem Risiko einer Sarkopenie erforderlich sind. Dieser Wert wird jedoch nur selten erreicht. Erschwerend kommt hinzu, dass bei älteren Menschen Schluckbeschwerden zu einer unzureichenden Eiweiß- und Kalorienaufnahme führen können. Die daraus resultierende Sarkopenie kann wiederum die Schluckmuskulatur beeinträchtigen und diese Dysphagie, also die Schluckprobleme beim Schlucken, verschlimmern. In diesen Fällen spricht man von einer „sarkopenischen Dysphagie“, die den Ernährungszustand noch weiter verschlechtern kann. Daher gilt es, gerade im Alter das Risiko einer Mangelernährung frühzeitig zu erkennen und mit gezielter Ernährungsplanung gegenzusteuern.

Eiweißbedarf decken
Eine nährstoffreiche Ernährung für über 65-Jährige sollte immer Ballaststoffe, Eiweiß (auch pflanzliches), Aminosäuren, essenzielle Fettsäuren, Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren, Mineralstoffe und Vitamine, Selen, Folsäure und Eisen enthalten. Neben der richtigen Kalorienzufuhr zum Aufrechterhalten des optimalen Körpergewichtes ist dabei vor allem auf die tägliche Proteinzufuhr zu achten. Kann der Kalorien- und Eiweiß-Bedarf nicht mit natürlichen Lebensmitteln gedeckt werden, empfiehlt sich eine Supplementierung mit Protein- oder hochkalorischen Protein-Nahrungsergänzungsmitteln zur oralen Einnahme, angereichert mit Leucin oder HMB, die nachweislich helfen, dem Verlust von Muskelmasse und –kraft im Alter entgegenzuwirken.

Für Bewegung sorgen
Bewegung und körperliche Aktivität sollten –soweit möglich- täglich erfolgen, zur Vorsorge und Behandlung von Beschwerden. Insbesondere lässt sich dadurch die Inzidenz dauerhafter Einschränkungen des Bewegungsapparates erheblich verringern. Eine solche Einschränkung ist dann gegeben, wenn man eine Gehstrecke von mehr als 400 Metern nicht mehr zurücklegen kann.

Quellen: https://www.springerhealthcare.it
https://www.fondazioneveronesi.it